Radfahrer und Fußgänger werden – vor allem in den Städten – tagein tagaus mit parkenden Autos auf Ihren Wegen konfrontiert. Zugestellte Straßeneinmündungen sowie zugeparkte Radfahrstreifen und Radwege prägen das Bild im Straßenverkehr. Unzufriedenheit und  Frust bei den betroffenen Radfahrern und Fußgängern ist die Folge. Dies bestätigen die Ergebnisse der bundesweiten Befragung zum ADFC-Fahrradklimatest 2016[1].

Oft werden Personen, die zu Fuß oder auf dem Fahrrad unterwegs sind, durch solche Regelverstöße erheblich gefährdet. Besonders betroffen durch Falschparker auf Geh- und Radwegen sind schwächere Verkehrsteilnehmer: ältere Menschen, Rollstuhlfahrer und Kinder.

Neben dem Aspekt der Gefährdung spielt auch die Anerkennung der Aufteilung der Flächen im Straßenverkehr eine wichtige Rolle. Die Akzeptanz dieser Aufteilung geht einher mit einer Akzeptanz aller Verkehrsteilnehmer. Die individuellen Interessen des Autofahrers hinsichtlich des Parkens und Haltens auf diesen Flächen dürfen nicht sorglos über die Interessen der Allgemeinheit und anderer Verkehrsteilnehmer gestellt werden.

Für viele Autofahrer gilt Parken auf Geh-und Radwegen als Kavaliersdelikt. Viele sind sich der Gefahrensituation die sie verursachen, nicht bewusst. Für Zulieferer ist das Parken auf Geh- und Radwegen ein Selbstverständnis.

 

Kleine Parkfibel

Wann handelt es sich um Halten und wann um Parken?

Halten bedeutet freiwilliges Anhalten ohne Einflüsse von außen (Ampeln, Hindernisse etc.) für nicht länger als drei Minuten. Dabei darf das Auto verlassen werden, soweit sich das Fahrzeug für den Fahrer noch in Sichtweite befindet.

Parken bedeutet hingegen freiwilliges Anhalten für länger als drei Minuten.

Wie parke ich richtig?

Platzsparend und rücksichtsvoll. Es sollte auf die Parkfläche geachtet werden. Darüber hinaus muss genügend Platz zum ein-und aussteigen sowie ausreichend Rangierabstand gelassen werden.

Wo ist parken verboten?

Allgemein überall dort, wo ein Halteverbot gilt. Egal, ob eingeschränktes oder absolutes Halteverbot.

Speziell verboten ist das Parken auf Geh-und Radwegen, an engen und unübersichtlichen Straßenstellen, im Bereich von Fußgängerübergängen sowie bis zu fünf Meter davor, in scharfen Kurven, vor und in amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrten und auf Beschleunigungs-oder Verzögerungsstreifen auf Bahnübergängen.

Darüber hinaus gilt das Parkverbot im verkehrsberuhigten Bereich außerhalb der gekennzeichneten Stellen, vor Lichtzeichen (bis zu zehn Meter) und Bordsteinabsenkungen, auf Autobahnen und Kraftfahrtstraßen, auf sehr engen und schmalen Fahrbahnen, auf Schachtdeckeln, vor Grundstückseinfahrten, vor und hinter Kreuzungen und Einmündungen bis zu 5 Meter zur Fahrbahnkante sowie auf Parkflächen, die mit einem Parkverbot gekennzeichnet sind.

Was sind die Konsequenzen des falschen Parkens?

Laut Bußgeldkatalog 2017 kostet ein Ordnungsgeld für Parken auf Geh-und Radwegen 20 Euro. Bei zusätzlicher Behinderung von Fußgängern und Radfahrern und je nach Parkzeit kann sich das Bußgeld auf 35 Euro erhöhen. Darüber hinaus kann das Fahrzeug abgeschleppt werden, soweit es Fußgänger und Radfahrer behindert.

 

Wir bitten daher bei der nächsten Parkplatzsuche diese Aspekte zu berücksichtigen. Zusammenleben in einer Gesellschaft bedeutet immer auch Rücksicht auf die Interessen anderer zu nehmen. Radfahrer und Fußgänger werden es Ihnen danken! 

 

 http://www.adfc-niedersachsen.de/

http://www.landesverkehrswacht.de/

 

Pressemitteilung

ADFC Niedersachsen und Landesverkehrswacht informieren:
Aktion “Bitte Freimachen“ auf Geh- und Radwegen
Was behindert und gefährdet Radfahrer auf ihrem täglichen Weg? Parkende Fahrzeuge auf den Geh- und Radwegen! Dieses Ergebnis des Fahrradklimatests 2016 nahmen der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Niedersachsen und die Landesverkehrswacht zum Anlass, die Aktion „Bitte Freimachen“ ins Leben zu rufen.

Der Landesvorsitzende des ADFC Niedersachsen, Dieter Schulz, dazu: „Der Fahrradklimatest 2016 zeigte eine große Unzufriedenheit der niedersächsischen Radfahrer hinsichtlich falschen Parkens auf Geh- und Radwegen. Daraus ergab sich für den ADFC Niedersachsen Handlungsbedarf“.

Heiner Bartling, Präsident der Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V. ergänzte: „Alle Verkehrsteilnehmer sind grundsätzlich gleichberechtigt. Wer sein Fahrzeug jedoch regelwidrig auf einem Geh- oder Radweg parkt, nimmt für seinen eigenen Vorteil aber den Nachteil anderer in Kauf. Für Fahrradfahrer oder Fußgänger, die dann ausweichen müssen, steigt das Unfallrisiko erheblich. Sie sind im innerstädtischen Verkehr als so genannte „schwache Verkehrsteilnehmer“ besonders gefährdet. Um Unfallgeschehen zu verringern, muss das Verkehrsklima zwischen Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern durch eine Kombination von gegenseitiger Rücksichtnahme, Kommunikation und Verkehrserziehung verbessert werden“.

Falschparker sollen mit der Aktion auf Ihr Fehlverhalten hingewiesen werden. Zu diesem Zweck werden Informationspostkarten unter die Scheibenwischer verkehrswidrig abgestellter Fahrzeuge geklemmt. Auf der Postkarte wird der betroffene Falschparker über die Problematik der Gefährdung aufgeklärt. Auf eine Belehrung mit dem erhobenen Zeigefinger wird bewusst verzichtet. Ein positiver und aufklärender Hinweis soll das Bewusstsein schärfen und für mehr Rücksicht und mehr verständnisvolles Miteinander im Straßenverkehr werben. Denn Radfahrer und Fußgänger werden – vor allem in den Städten – tagein tagaus mit parkenden Autos auf Ihren Wegen konfrontiert. Zugestellte Straßeneinmündungen, Lieferverkehr auf Radfahrstreifen und Radwegen prägen das Bild im Straßenverkehr und führen zu großem Frust bei betroffenen Radfahrern und Fußgängern. Oft werden Personen, die zu Fuß oder auf dem Fahrrad unterwegs sind, durch solche Regelverstöße erheblich gefährdet. Besonders betroffen durch Falschparker sind schwächere Verkehrsteilnehmer wie ältere Menschen, Rollstuhlfahrer und Kinder. Neben dem Aspekt der Gefährdung spielt auch die Akzeptanz der zugewiesenen Flächen für den Rad- und Fußverkehr eine wichtige Rolle. Die Akzeptanz der Aufteilung des Verkehrsraums geht einher mit einer Anerkennung von Radfahrern und Fußgängern als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer. Die individuellen Interessen des Autofahrers hinsichtlich des Parkens und Haltens auf diesen Flächen dürfen nicht sorglos über die Interessen der Allgemeinheit und anderer Verkehrsteilnehmer gestellt werden.

Die Aktion umfasst folgende Maßnahmen der insgesamt vier beteiligten Aktionspartner:

ADFC:

Auf der Vorderseite des Informations-Flyers befindet sich ein Aktionsbild inkl. Aktionsmotto „Bitte Freimachen“. Auf der Rückseite steht ein Informationstext zum Thema falsch parken inkl. QR-Code der auf die Internetseite www.bitte-freimachen.de leitet. Hier sind dann Informationen zum Thema zu finden. Die Flyer garantieren eine einfache und unschädliche Handhabung, da sie vorsichtig unter die Scheibenwischer solcher Fahrzeuge geklemmt werden können, die durch ihre Parkweise Rad- und Fußwege blockieren. Die Aktion wird überall dort durchgeführt, wo Fahrzeuge falsch parken.

Aktionsablauf 

Startschuss zur Aktion ist der 22.09.2017. Ab diesem Zeitpunkt ist der QR- Code lesbar und leitet auf die Internetseite www.bitte-freimachen.de weiter. Am Tag der Aktion machen sich ADFC-Aktive gemeinsam in 2er Teams auf den Weg und „kontrollieren“ zuvor ausgewählte Straßenzüge, wo Falschparken auf Geh- und Radwegen häufiger zu beobachten ist.

Bei Gesprächen mit den Fahrzeugbesitzern wird freundlich und aufklärend auf das Fehlverhalten aufmerksam gemacht. Es geht um die Sensibilisierung der Falschparker für das Thema, nicht um einen „Tadel“ oder eine Verwarnung.

Weiterer Verlauf:

Nach dem Starttag der Aktion soll diese mehrfach wiederholt werden. Die genauen Zeiten sind abhängig von der Situation und den Kapazitäten der jeweiligen ADFC-Gliederung vor Ort.

Landesverkehrswacht

Alle 110 Orts- und Kreisverkehrswachten werden über die gemeinsame Aktion informiert und können die Postkarten dezentral für ihre individuellen Veranstaltungen einsetzen. Zudem werden die Karten bei verschiedenen Aktionstagen, wie „Fahr Rad, aber sicher!“, „Fit mit dem Fahrrad“ u. ä. vorgestellt bzw. eingesetzt. In der demnächst erscheinenden Broschüre des Landes Niedersachsen: „Fahrradland Niedersachsen-Bremen“ wird auch ein Beitrag zur Aktion erscheinen.

AGFK: Flyer im Postkartenformat

Die Flyer werden dezentral von einem Teil der Mitgliedskommunen der AGFK eingesetzt. Zudem werden die Postkarten auf eigenen Veranstaltungen (z. B. Fachtagung „Fahrradland Niedersachsen-Bremen“) einem Fachpublikum vorgestellt und dort ausgelegt.

Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport

Die Polizei Niedersachsen unterstützt das Projekt im Rahmen ihrer Verkehrssicherheitsarbeit und wird bei Veranstaltungen auf die Thematik unter Zuhilfenahme der Postkarten hinweisen.

Fotos zum Thema sind als Download erhältlich unter www.bitte-freimachen.de.

Über den ADFC
Der ADFC ist mit mehr als 165.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. In Niedersachsen wird der ADFC bei seiner Lobbyarbeit für den Radverkehr von fast 17.000 Mitgliedern unterstützt. Organisiert in 37 Kreisverbänden und 40 Ortsgruppen leistet der ADFC freiwillige Arbeit vor Ort und setzt sich engagiert für die Förderung des Radverkehrs in niedersächsischen Städten/Gemeinden ein.
Kontakt
Radverkehr und Interessenvertretung
Nadine Danowski
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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V. (ADFC)
Landesverband Niedersachsen
Hinüberstr. 2, 30175 Hannover

Telefon: 0511 28 25 57

E-Mail: nadine.danowski@adfc-niedersachsen.de und info@adfc-niedersachsen.de
Internet: www.adfc-niedersachsen.de

Über die Landesverkehrswacht

Die Landesverkehrswacht Niedersachsen e. V. ist 1950 von der Landesregierung mit dem Auftrag, Maßnahmen zur Reduzierung von Verkehrsunfällen zu entwickeln und durchzuführen, gegründet worden. 2017 gibt es landesweit 110 Orts- und Kreisverkehrswachten sowie eine eigenständige Jugendorganisation. Derzeit sind rund 10.000 Niedersachsen Mitglieder in den Orts- und Kreisverkehrswachten, die wiederum Mitglied in der Landesverkehrswacht sind. Die Verkehrswacht ist absolut neutral, parteipolitisch ungebunden und keine Lobby für irgendeine Verkehrsteilnehmer- oder Berufsgruppe: In der Satzung ist verankert, dass sich die Verkehrswacht um alle Menschen kümmert, damit sie keinen Verkehrsunfall erleiden.

Kontakt

Geschäftsstelle der Landesverkehrswacht Niedersachsen e. V.

Roswitha Bothe

Arndtstraße 19
30167 Hannove7

Telefon: 0511 357726-85
E-Mail: bothe@landesverkehrswacht.de
Internet: www.landesverkehrswacht.de

Ende der Pressemitteilung

 

 

Zum Download der Verständnisbroschüre nutzen Sie bitte den folgenden Link:

https://www.dvr.de/download2/p4468/4468_0.pdf